Bedürfnisorientierte Räume zum Wohlfühlen und Glücklich-Sein

Heute mal ein philosophischer Exkurs zu einem Thema, das mir besonders am Herzen liegt und meine Arbeit sehr beeinflusst.

Bedürfnisorientierte Raumplanung

Die optimale Einrichtung und Gestaltung des Kinderzimmers und auch der ganzen Wohnung hängt nicht nur von den persönlichen Vorlieben des Einzelnen ab.

Ganz besonders wichtig ist, wieviel Zeit ihr in den Räumen verbringt.

Während einige vielleicht nur eine Stunde morgens und einige Stunden am Abend und die Nacht in der Wohnung und im Kinderzimmer verbringen, ist es für andere womöglich der Hauptaufenthaltsort.

Balance im Alltag

Menschen, besonders Kinder, haben ganz klar verschiedene Aktivitätsphasen, die sich natürlicherweise die Balance halten sollen, damit wir gesund und fröhlich bleiben.

Bei Kindern sieht man dieses Bedürfnis nach abwechselnder Ruhe und Bewegungsphase ganz unverfälscht- sie sitzen nicht den ganzen Tag auf dem Popo, das wäre „Quälerei“.

Kinder müssen auf allen Vieren laufen, Klettern, unten durchkriechen, hüpfen, balancieren und und und, um sich körperlich und seelisch zu entwickeln.

Ein Raum, in dem ein Kind den Großteil seines Tages verbringt, bietet am besten einige Möglichkeiten alle Aktivitätsphasen räumlich zu ermöglichen. So sollten ja auch Kitaräume konzipiert sein.

Natürlich kann kein Kinderzimmer das Rausgehen und auf dem Spielplatz toben oder den Waldspaziergang ersetzen. Das ist unrealistisch und nicht so gemeint.

Familienleben zum Wohlfühlen

Aber das Wohlbefinden aller Familienmitglieder ist tatsächlich gesteigert, wenn es auch zu Hause an Regentagen etwa Möglichkeiten gibt, sich artgemäß zu beschäftigen.

Ist das Kind meistens nur in den Ruhezeiten in seinem Zimmer, so kann das selbstverständlich etwas weniger bedeutend sein.

Es geht im Großen und Ganzen um die Balance von körperlicher und geistiger Aktivität sowie dem Gleichgewicht zwischen aktiv und regenerativ.

Raumkonzepte machen es möglich

Bei Raumkonzepten ist es vonnöten, genau diese Erkenntnis als eine der Planungsgrundlagen zu nutzen, denn das Ziel der Raumgestaltung ist das Wohlbefinden der Bewohner!

Denn wenn wir auf die Bedürfnisse unseres Körpers hören, leben wir gesünder und glücklicher.

Aber das muss man erst lernen!

Darum ist es wichtig im Umgang mit Deinem Kind achtsam zu sein und nicht durch ein Zuviel an „Erziehung“ zu verhindern, dass es lernt die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen!

Mit „Erziehung“ meine ich das ständige Unterbindenwollen von Bewegung in der Wohnung aber keine Alternativen aufzeigen zum Beispiel.

Wir sollten uns nicht mehr als nötig in irgendwelche Normen zwängen lassen, und das sollten wir auch unseren Kindern beibringen.

Denn ein Kind, das sich nicht bewegt, wenn es den Drang verspürt, hört die Signale des Körpers irgendwann nicht mehr oder kann sie nicht deuten. Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen und ADHS sind einige Symptome, die mir gerade einfallen.

Ich glaube, viele Krankheiten und Fehlentwicklungen basieren auf ganz einfachen Dingen.

Auch ein Kind, das lernt, nicht essen zu dürfen, wenn es Hunger hat und sich an bestimmte Zeiten halten soll, wird sicher Probleme bekommen, die man dann als Essstörung bezeichnet.

Das Stillen nach Bedarf bei Babys ist ja heutzutage zum Glück selbstverständlich.

Auch das Tragen von Babys und Kleinkindern ist zum Glück viel verbreiteter als vor einigen Jahren.

Nur leider geht die bedürfnisorientierte Behandlung unserer Kleinen oft mit Kitaeintritt verloren.

Zu viele Kinder, zu wenig Erzieher oder Erzieher, die womöglich ihre eigenen Kinder vor fünfundzwanzig Jahren nicht nach Bedarf gefüttert haben, sondern einfach schreiender Weise in ein anderes Zimmer verfrachtet haben, weil es halt „normal“ war.

Ich glaube fest daran, dass die Welt besser wäre, wenn der Mensch sich etwas mehr verhielte wie ein Tier und Dinge wie Körperwahrnehmung nicht erst trainiert werden müssen, wenn man als Erwachsener tatsächlich schon gesundheitliche Probleme hat.

Das setzt natürlich viele Veränderungen voraus, denn unsere Gesellschaft besteht aus vielen kleinen Zahnrädern…

Ich kann einen kleinen Teil dazu beitragen, indem ich meinen eigenen Kindern versuche, zu zeigen, dass es wichtig und richtig ist sich selbst und die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.

Und ich kann Euch mit meinem raumplanerischen Fachwissen hoffentlich mit Tipps und Tricks weiterhelfen, wie Ihr Eurem Kind auch zu Hause den Spaß am Leben und ein ausbalanciertes Familienleben für Euch alle ermöglichen könnt!

Ich freue mich wie immer über Euer Feedback!

Eure kinder-t-raumplanerin Katrin

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